ChorionzottenbiopsieChorion = mittlere EihautWieDie Entnahme von Zottengewebe unter Ultraschallkontrolle kann durch die Scheide mittels eines dünnen Plastikschlauchs (Katheter) oder durch die Bauchdecke mit einer dünnen Hohlnadel erfolgen. WannDie Chorionzottenbiopsie wird in der Regel zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche
durchgeführt. Da die Chromosomen bei dieser Methode direkt untersucht
werden können, kann das Ergebnis innerhalb von 1 bis 8 Tagen vorliegen.
Zur Sicherung wird eine Kultur angelegt (Ergebnis nach 2–4 Wochen). WarumAußerdem kann durch die Möglichkeit, die Chromosomen direkt zu untersuchen, gezielt nach dem Vorliegen bestimmter Erkrankungen wie familiär gehäuft auftretender Stoffwechsel- oder Muskelerkrankungen (Muskeldystrophie, Mucoviscidose u.a.) gesucht werden. Weitere Gründe: siehe Fruchtwasserpunktion. WoIn Deutschland wird der Eingriff nur an spezialisierten Zentren durchgeführt, da für die Anwendung ein großes Maß an Erfahrung notwendig ist. Vor- und Nachteile/RisikenEin Vorteil gegenüber der Fruchtwasserpunktion liegt darin, dass die Ergebnisse früher vorliegen. Das Fehlgeburtsrisiko liegt bei ca. 0,5–1%, das Risiko, dass Ergebnisse zweifelhaft sind und eine Nachuntersuchung erforderlich wird, bei ca. 2%, das einer Fehldiagnose unter 0,2%. Mit der Methode kann keine Aussage über das Vorliegen von Neuralrohrdefekten (z.B. „offener Rücken“) gemacht werden. Die meisten Erkrankungen, die durch die Untersuchung festgestellt werden können, sind nicht behandelbar. Sollte sich die Frage nach einem Schwangerschaftsabbruch stellen, kann dieser früher als bei der Fruchtwasserpunktion durchgeführt werden. SchwangerschaftserlebenDie Entnahme von Chorionzotten kann als unangenehm und eingreifend erlebt
werden. Viele Frauen haben Angst, dass das Kind beim Eingriff verletzt
wird. Wartezeiten können als belastend und als „Schwangerschaft
auf Probe“ erlebt werden, vor allem wenn bei unsicheren Befunden
Nachuntersuchungen erforderlich sind. Sollte sich eine Schwangere „trotz“
auffälligen Befundes für ein Austragen der Schwangerschaft entscheiden,
kann es sein, dass sie in ihrem sozialen Umfeld auf Unverständnis
stößt und ihre Entscheidung rechtfertigen Auf der anderen Seite kann es für Eltern, die große Ängste vor einer Erkrankung (z.B. familiär gehäuft auftretende Muskeldystrophie/-schwund) des Kindes haben, sehr beruhigend sein, schon zu einem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft zu wissen, dass diese Erkrankung nicht vorliegt. Die Schwangerschaft wird dann in der Regel entspannter und weniger angstbesetzt erlebt.
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